Tischtennis im live ticker
Geschrieben von: Martin Lambrecht
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11. Juni 2013

Vor einigen Tagen fand in Bremen die Europameisterschaft der Seniorinnen und Senioren statt. Über 2700 Teilnehmer, eine wahre Mammutveranstaltung. Im Gegensatz zu Liberec 2011 wo ich persönlich als Tourist dabei sein konnte, musste ich mich in diesem Jahr auf die Medien beschränken.
Als langjähriger, ehemaliger Spieler in Neuwirtshaus, bin ich mit Familie Groß nach wie vor eng freundschaftlich verbunden. Schließlich radle ich wenn ich zur Arbeit fahre zweimal am Tag an Rolfs zuhause vorbei.
Nach den Gruppenspielen, die für Rolf eher ein Aufwärmen darstellen, bei den Deutschen Meisterschaften meinte Rolf da ginge es schon in den Gruppenspielen zur Sache, steht Rolf Groß sicher in der K.O. Runde.
Im Internet auf der DTTB Seite sind die Ergebnisse aktuell sichtbar und als besonderer Service ab Halbfinale im Liveticker zu erleben.
Wie weiland, wo Fußballübertragungen live im Radio nur zu hören waren, setze ich mich mit feuchten Händen an den Laptop und verfolge die Matches von Rolf Gross und Uschi Bihl. Und ich kann mir in meiner Fantasie sehr gut vorstellen, wie Rolf sich am Tisch verhält und die Punkte einsammelt.
Das Halbfinale gewinnt Rolf relativ locker. Ich kann mich entspannen und auf den Samstagnachmittag einstellen wenn Rolf gegen einen 80er Neuling namens Lockwood aus Großbritannien antritt.
Die Spannung steigt. Pünktlich um 16.30 beginnt das Finale. Rolf legt los wie die Feuerwehr und gewinnt die ersten beiden Sätze deutlich. Den hat er im Griff,gut gemacht Rolf sage ich vor mich hin, und hole mir einen Kaffee aus der Küche.
Schauen wir mal wie es weitergeht. Urplötzlich dreht Herr Lockwood den Spies um.
Die beiden nächsten Sätze gehen an ihn. Jetzt steht es zwei zu zwei.
Meine Frau die mich am Laptop sieht versteht mich nicht, weil ich wie in der Sporthalle mitfiebere und ich in Gedanken in Bremen bin.
Rolf gewinnt und ist Europameister. Ich bin fertig, ziehe meine Laufschuhe an und renne in den Wald um mich abzureagieren.
Am Montag darauf als ich von der Arbeit nach Hause fahre halte ich bei Rolf um ihm zur Europameisterschaft zu gratulieren. Rolf ganz der Sportsmann meinte lapidar, im Viertelfinale wäre es viel enger gewesen. Da hätte er Kopf und Kragen riskieren müssen. Mann hat der gute Nerven. Hut ab.